Statement: "Die Inlandseismassen schmelzen derzeit" |
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ANTARKTIS GESAMT: Insgesamt schrumpft das antarktische Inlandeis (Ost & West zusammengerechnet) (Abbildung 2) (Velicogna 2009), wobei der größte Schmelzanteil in der Westantarktis sowie an den Rändern der Ostantarktis stattfindet. Der Zentralbereich des ostantarktischen Eises wächst derzeit an.
WEST-ANTARKTIS / ANTARKTISCHE HALBINSEL: Nach Untersuchungen von Prof. Jonathan Bamber (Universität Bristol, 2008) hat das Inlandeis der Westantarktis und der antarktischen Halbinsel in den vergangenen 10 Jahren an Masse verloren (siehe auch Chen et al. 2009) (Abbildung 1).
Auf Basis von satellitengestützten Gravimetrie-Untersuchungen ("GRACE-Mission") interpretieren Chen et al. (2009) für die Ostantarktis für die Periode 2002-2009 einen Eisschwund, der vor allem in den Küstenregionen auftritt.
GRÖNLAND: Im gesamten Grönland befinden sich derzeit die lokalen (vom Eisschild unabhängigen) Gletscher auf dem Rückzug, mit Ausnahme eines Gebietes in Nord-Grönland (Kelly & Lowell 2009). Zwischen 2000-2008 hat das grönländische Inlandeis einen Massenverlust von 1500 Giga-Tonnen erlitten, wobei sich das Abschmelzen seit 2006 intensivierte (van den Broeke et al. 2009). Das grönländische Inlandeis ist anfälliger gegenüber Temperaturerhöhungen als das ostantarktische, da Grönland im Einflußbereich des wärmenden Golfstroms liegt und die Temperaturen deutlich höher sind als in der Antarktis. Das Klima ist relativ mild in Grönland. Jedoch bringen die feuchten Seewinde im Winter so viel Schnee, daß drei Sommermonate bei Weitem nicht auseichen, alles wieder wegzutauen. |
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WEST-ANTARKTIS / ANTARKTISCHE HALBINSEL: Das Abspalten von Eismassen des Schelfeises muß nicht unbedingt Schmelzphasen kennzeichnen. Derartige Eis-Abkalbungsprozesse sind logischer Bestandteil der Eisfließbewegung. So schiebt sich die Schelfeisfront des Filchner-Ronne-Schelfeises mit einer Geschwindigkeit von maximal 1,4 km pro Jahr seewärts. Die Schelfeiskante hätte sich also innerhalb von 10 Jahren um 14 km ausgedehnt, würde das Schelfeis nicht regelmäßig instabil werden und zerbrechen (Berner & Streif 2004, S. 35).
OST-ANTARKTIS: Der Zentralbereich des ostantarktischen Eises wächst derzeit an. Die Ränder der Ostantarktis scheinen jedoch derzeit abzuschmelzen (Skeptical Science), was zwischen 2002-2005 zu einer ausgewogenen Eis-Massenbilanz für die Ost-Antarktis führte (Velicogna 2007) (Abbildung 1). Laut Tedesco & Monaghan (2009) erreichte das Ausmaß der sommerlichen Schneeschmelze im Südsommer 2008-2009 einen Tiefpunkt in der 30-jährigen Beobachtungsmeßreihe. Das ostantarktische Eis ist während der vergangenen 730.000 Jahren nicht geschmolzen und hat mehrere Warmphasen überlebt. Die Temperaturen während dieser Warmphasen waren bis zu 6°C wärmer als heute (Sime et al. 2009). Daher wird angenommen, daß das Ostantarktische Eis auch die aktuelle Klimaerwärmung unbeschadet überstehen wird.
GRÖNLAND: Heute nimmt wahrscheinlich aufgrund erhöhter Luftfeuchtigkeit der Schneefall im oberen Bereich der grönländischen Eiskappe zu. (Insgesamt geht ihr Volumen wegen der großen Massenverluste an den Rändern aber dennoch zurück) (Bell 2008). Die grönländische Eiskappe ragt derzeit noch über die Schneegrenze hinaus. Das grönländische Eis hat auch schon die Warmzeit vor 120.000 Jahren überlebt, wo es bis zu 5°C wärmer war als heute (Argus 2007: S. 40). |
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Allgemeine Infos:
Komplettes Abschmelzen würde zu folgendem Meeresspiegelanstieg führen:
Antarktischer Eisschild: gut 60 m (Latif 2007, S. 40)
Westantarktischer Eisschild: 1,2 m (Eos vol. 91, Nr. 4, 26. Jan. 2010, S. 33)
Grönländischer Eisschelf: 7 m (Latif 2007, S. 40)
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Abbildung 1: Veränderungen der Eismasse des ostantarktischen Eisschildes (grün) und westantarktischen Eisschildes (rot) zwischen 2002 und 2005 basierend auf GRACE Satellitenmessungen (nach Velicogna 2007). Das ostantarktische Eis blieb relativ stabil, während das westantarktische Eis schrumpfte.

Abbildung 2: Veränderungen der antarktischen Eismasse (Ost- und West-Antarktis kombiniert) zwischen 2002 und 2009 basierend auf GRACE Satellitenmessungen, nach Velicogna (2009). Insgesamt schrumpft das antarktische Inlandeis, wobei der größte Schmelzanteil in der Westantarktis sowie an den Rändern der Ostantarktis stattfindet. Der Zentralbereich des ostantarktischen Eises wächst derzeit an.