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Klima Argumente: Eisschmelzen

Statement:
"
Der aktuelle Rückzug von Gebirgsgletschern ist einmalig in den letzten 3.000 Jahren"



PRO   CONTRA

(keine Pro-Argumente)

 

LETZTE 3.000 JAHRE:
--Alaska Küstengletscher: Anwachsen der Gletscher nach der Mittelalterlichen Wärmephase während der Kleinen Eiszeit, danach Abschmelzen im Übergang zur aktuellen Wärmephase (Lowell 2000) (Abbildung 1)

--Schweizer Alpengletscher: Häufige Funde von Holz mit Altern um 1000 n.Chr. (Mittelalterliche Wärmephase) im Gletschermaterial belegen starke Gletscherrückzugsphasen mit anschließender Bewaldung (Grove & Switsur 1994). Anschließend starkes Vorrücken der Gletscher während der Kleinen Eiszeit und Abschmelzen ab dem Übergang zur aktuellen Wärmeperiode (Abbildung 2).

--Gletschervorstöße in den Alpen, in Skandinavien und in Nordamerika während des 13.-19. Jahrhunderts (Kleine Eiszeit) (Behringer 2007, S. 119).

--Skandinavische Gletscher: Hinweise auf starke Rückzugsphasen während der Mittelalterlichen Wärmephase, mit späterer Ausdehnung während der Kleinen Eiszeit und Abschmelzen ab dem Übergang zur aktuellen Wärmeperiode (Grove & Switsur 1994).

--Island: Während der Kleinen Eiszeit wuchsen die isländischen Gletscher im vergleich zur vorangegangenen Mittelalterlichen Wärmephase stark an (Geirsdottir et al. 2009).

 

Kontext-Infos:

LETZTE 10.000 JAHRE (NACHEISZEIT):
--Island: vermutlich weitgehend gletscherfrei während der mittel-holozänen Wärmeperiode (vor 8.000-6.000 Jahren) (Geirsdottir et al. 2009)

--Europäische Alpengletscher: Vor etwa 10.500 Jahren begann ein rasches Abschmelzen der Alpengletscher, wobei die Gletscher schließlich kleiner waren als gegen Ende des 20. Jahrhunderts. Während der Periode von vor 10.500 - 3.300 Jahren (um das holozäne Klimaoptimum herum) ereigneten sich in den Alpen wegen wärmerem und trockenem Klima keine größeren Gletschervorstöße, von sehr kurzen Ausnahmen abgesehen (Ivy-Ochs et al. 2009). Laut Berner & Streif (2004, S. 214) waren die Alpen bis auf wenige Reste während des holozänen Klimaoptimums vor 7.000 Jahren weitgehend eisfrei.

Abbildung 1: Phasen des Vorrückens (blaue Balken) und Rückzugs (rote Balken) von Küstengeletschern in Alaska. Der Vergleich mit der Temperaturkurve zeigt, dass das verstärkte Abschmelzens von Gletschern in diesem Gebiet mit dem Übergang aus der Kleinen Eiszeit in die aktuelle Wärmeperiode zusammenfällt. Abbildung aus Lowell (2000).

 

Abbildung 2: Ausdehnung und Rückzug von schweizerischen Alpengletschern in den vergangenen 2500 Jahren (aus Grove & Switsur 1994). Der Aletschgletscher zeigte während der Mittelalterlichen Wärmephase starke Rückzugsbewegungen. Das Unteraar Gletscher-Gebiet war vermutlich eisfrei. Während der Kleinen Eiszeit wuchsen die Gletscher wieder an. Im Übergang zur aktuellen Wärmephase zogen sich die Gletscher dann wieder zurück.

 

Abbildung 3: Vorstöße und Rückzüge der österreichischen Gletscher in den letzten 120 Jahren (aus Slupetzky 2005). Der Gletscherrückzug ab 1920 fällt in eine Phase mit starkem globalem Temperaturanstieg (vergleiche mit Temperaturkurve auf Extraseite). Der Gletschervorstoß von 1950-1980 korreliert mit einer Abkühlungsphase. Der aktuelle Gletscherrückzug fällt wiederum mit steigenden bzw. hohen Temperaturen zusammen.

 

Abbildung 4: Rückzugsentwicklung dreier Alpengletscher in den letzten 130 Jahren (aus Funk-Salami 2004: S. 169)


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