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Klima Argumente


HINTERGRUND

 

Fast täglich erfahren wir aus den Medien Neues zur aktuellen Klimadiskussion. Klimagipfel, Klimagesetze, neue Forschungsergebnisse, Experteninterviews. Die Welt hat sich in zwei Lager gespalten. Die einen sind bereits fest von der menschengemachten Kohlendioxid-Klima-Schuld überzeugt, die anderen sehen rein natürlich verursachte Klimaschwankungen am Werke. Im Eifer der Debatte geht oft verloren, dass derartige Schwarz-Weiß-Malerei noch selten die Wahrheit widergespiegelt hat. Vielmehr sollten diese beiden Extrempositionen als Endglieder einer Mischreihe gesehen werden. Wo genau die Wahrheit liegt, ist noch weitgehend unbekannt. Die wissenschaftliche Bearbeitung des Themenkomplexes "Klima" ist noch in vollem Gange. Enorme Mengen von Forschungsgeldern werden eingesetzt, um das Klima-Phänomen besser zu verstehen, auch um letztendlich verlässliche Klima-Prognosen für die kommenden Jahrzehnte und Jahrhunderte abzugeben. All diese Forschung wäre nicht notwendig, wenn die Sachlage so klar wäre, wie manche meinen.

Klima ist eine hochkomplexe Angelegenheit. Es gibt im Prinzip niemanden, der sämtliche Details in all ihrer fachlichen Tiefe beherrscht. Hierzu bräuchte man Fähigkeiten aus den unterschiedlichsten Disziplinen: Klimatologie, Meteorologie, Physik, Geophysik, Ozeanographie, Mathematik, Geologie, Geographie, Astronomie, Astrophysik, Geochemie, Glaziologie und viele mehr. Experten der verschiedensten Fachrichtungen bringen Ideen und Meinungen in die Diskussion ein. Klimatologen und Simulations-Mathematiker versuchen, das Problem durch numerische Computermodelle zu lösen, Geowissenschaftler schauen sich die erdgeschichtliche Entwicklungen des Klimas an und versuchen einen Zusammenhang mit dem heutigen Klimageschehen zu finden, während Physiker und Chemiker wiederum die Eigenschaften und klimatische Wirksamkeit verschiedener Treibhausgase untersuchen. Viele verschiedene Methodiken, die unterschiedliche Aussagekraft und Relevanz besitzen. Und kleine Fallen gibt es obendrein. Eine gute Korrelation bedeutet noch lange nicht, daß die korrelierten Prozesse voneinander abhängen. Dies gilt insbesondere für die beiden Kontrahenden Kohlendioxid und Sonnenstrahlung.

Bei der Bewertung der Forschungsergebnisse müssen wir den "Experten" aufgrund der Komplexität größtenteils einfach vertrauen. Hierbei sollte jedoch beachtet werden, dass die wissenschaftliche Wahrheitsfindung nicht immer nach demokratischen Prinzipien verlaufen kann. Wenn sich das Wissen um die klimatologischen Zusammenhänge noch im Aufbau befindet, nützen auch keine Abstimmungen unter Experten, um an die "Wahrheit" zu gelangen. Statements wie "99% aller Klimaexperten der Erde sind der Meinung daß... " müssen mit Vorsicht behandelt werden. Hier besteht die Gefahr des "Bandwagon Effekts". Eine Meinung wird mit entsprechendem Gewicht etabliert und viele andere springen einfach auf den Wagen mit auf, ohne den Sachverhalt für sich selbst unabhängig geprüft zu haben. So hätten wissenschaftliche Expertenabstimmungen im Mittelalter mit 99% Zustimmung ergeben, daß die Sonne um die Erde kreist. Hätte man 1950 darüber abgestimmt, ob Europa, Amerika und Afrika einmal zusammengehangen haben, hätten 99% aller Experten nein gesagt (Negierung von Alfred Wegener's heute anerkannter Plattentektonik). Wie sagte Michael Crichton so schön: "Consensus is not Science". Das Vorspannen eines bekannten und sympathischen Zugpferdes für die eigenen Zwecke ist ein weiteres beliebtes Instrumentarium. Denn wenn schon der Superstar überzeugt ist, dann muß die Sache einfach stimmen.

Das Klima ist immer in Bewegung. Es gibt keinen klimatischen Stillstand. Temperaturen steigen oder fallen, genau wie die Meeresspiegel. Gletscher wachsen oder schrumpfen. John Christy stellte in einem Vortrag 2007 die zum Nachdenken anregende Frage, ob man lieber in einer Welt mit schrumpfenden oder wachsenden Gletschern leben wollte. Letztendlich ist der jeweilige Trend immer von der Wahl der betrachteten Anfangs- und Endpunkte einer zeitlichen Entwicklung abhängig. Wählt man als Anfangspunkt für die Temperaturbetrachtung das in der Kleinen Eiszeit liegende 1850, so hat man es mit steigenden Temperaturen zu tun. Wählt man das holozäne Wärmemaximum vor 6000 Jahren als Anfangspunkt, dann sind die Temperaturen gefallen. Die Phase zwischen 1950-1970 war im Vergleich zu den warmen 1930ern durch einen markanten Temperaturabfall gekennzeichnet, was viele Klimaexperten damals zum Anlaß nahmen, vor einer bevorstehenden neuen Eiszeit zu warnen.

Diese Webseite hat zum Ziel, die wichtigsten Argumente der Klimadiskussion möglichst objektiv und unvoreingenommen darzustellen. Hierbei wird jedes Argument einzeln und unabhängig behandelt. Eine thematische Gruppierung soll die Diskussion und das Auffinden von Argumenten vereinfachen. Von langen, komplexen Marathontexten soll abgesehen werden, stattdessen ist eine Fokussierung auf die wesentlichen Eckpunkte gewünscht. Es sollten immer Quellen angegeben werden, wenn möglich. Zu jedem Argument gibt es eine Pro- und eine Contra-Spalte, in denen die wichtigsten Aspekte gesammelt werden.

Diese Webseite ist eine persönliche Privatinitiative, unabhängig von jedweder Institution. Der Antrieb ist wissenschaftlich begründet. Der Webmaster ist promovierter und habilitierter Geowissenschaftler.

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"The greatest challenge facing mankind is the challenge of distinguishing reality from fantasy, truth from propaganda. ... We must daily decide whether the threats we face are real, whether the solutions we are offered will do any good, whether the problems we're told exist are in fact real problems, or nonproblems."
(Michael Crichton, 2003)

Abbildung 1. Achtung Falle: Eine offensichtliche Korrelation bedingt nicht unbedingt einen ursächlichen Zusammenhang. In diesem Fall wurde die Qualität von Rock Musik (gemessen an Stücken in der Rolling Stones 500 Greatest Songs of All Times Liste, die 2004 erschien) mit der US amerikanischen Erdölproduktionsentwicklung verglichen. Erstaunlicherweise ist hierbei ist ein ähnlicher Kurvenverlauf zu beobachten, der aber aus offensichtlichen Gründen keinerlei ursächliche Bedeutung besitzen kann. Aus AAPG Explorer Juni 2010.