Statement: "In den letzten Jahren ist eine Häufung von tropischen Wirbelstürmen zu verzeichnen" |
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Die verzeichnete Häufigkeit von tropischen Wirbestürmen im Atlantik hat sich in den vergangenen 160 Jahren erhöht (Abbildung 3). Der allgemeine Aktivitäts-Anstieg korreliert gut mit dem allgemeinen Anstieg der Temperatur im gleichen Zeitintervall (Übergangsphase Kleine Eiszeit zu heutiger Warmphase).
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Schaut man sich kürzere Zeitintervalle im 10er Jahre Maßstab an, so treten große Schwankungen in der Häufigkeit und Energie auf (Abbildung 1 & 2). Je nachdem welches Zeitfenster man auswählt, kann ein Ansteigen und Abfallen der Häufigkeit und Energie errechnet werden. Im Intervall 2006-2009 nahm die Hurrikan-Aktivität deutlich ab (Abbildungen 1 & 2). Es sollten daher auf jeden Fall längere Zeitreihen betrachtet werden, um aussagekräftige, rauschfreie Trends zu identifizieren. Durch stetig verbesserte und intensivierte Beobachtung der Hurrikan-Aktivität, sind historische Hurrikan-Daten latent unvollständig. Erst seit 1970 werden Wirbelstürme routinemäßig per Satellit verfolgt. Dies sollte bei quantitativen Vergleichen und errechneten Aktivitätssteigerungen immer berücksichtigt werden. Laut dem Hurrikan-Experten Chris Landsea ist die Häufigkeit von Wirbelstürmen in den letzten 130 Jahren auf langperiodischer Ebene konstant geblieben, was auch mit den Ergebnissen von Computer-Modellen übereinstimmt (Landsea's Interview 2009 auf youtube). Von 1970 bis 2004 ist die Häufigkeit von tropischen Stürmen und Hurrikanen weltweit konstant geblieben, mit Ausnahme des Atlantiks, dessen scheinbarer Anstieg jedoch vermutlich mit verbesserten Beobachtungsmethoden und historischen Datenlücken zu erklären ist (Knutson et al. 2010). Zur Zeit kann aus den historischen Wirbelsturmdaten noch keine anthropogene Beeinflussung herausinterpretiert werden. Auftretende Veränderungen in der Häufigkeit, Intensität und mit Wirbelstürmen verknüpfte Regenfälle liegen noch im Bereich der natürlichen Schwankungsbreite (Knutson et al. 2010). Einige Forscher interpretieren eine Kopplung der Hurrikan-Häufigkeit an die Atlantische Multidekadische Oszillation (AMO) (siehe Extraseite), und eher weniger mit der Meeresoberflächentemperatur (Literaturübersicht auf appinsys.com). Damit ein Hurrikan entstehen und überleben kann, müssen in der Atmosphäre ganz besondere Bedingungen herrschen. Laut Chris Landsea zerstören Scherwinde so einen Wirbelsturm schon in einem frühen Stadium. Scherwinde aber dürften in einem wärmeren Klima zunehmen. Aus diesem Grund weisen viele Computermodelle inzwischen sogar eher einen Rückgang der Hurrikan-Aktivität aus. |
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KONTEXT:
Wirbelsturm-Nomenklatur: Hurrikane (Atlantik & nordöstlicher Pazifik), Taifune (nordwestlicher Pazifik), Zyklone (Indischer Ozean)
Offene Fragen: Wie hat sich die Hurrikan-Aktivität im Laufe der Mittelalterlichen Wärmephase und der Kleinen Eiszeit verändert? Donnelly and Woodruff (2007) rekonstruierten die Hurrikan-Aktivität über die Zunahme grober Korngrößen in karibischen Lagunensedimenten. Sie fanden Aktivitätsschwankungen im 100er und 1000er Jahre Maßstab. Als Steuerung nehmen Donnelly and Woodruff (2007) El Nino/ENSO und den Westafrikanischen Monsun an, weitgehend unabhängig von den Meeresoberflächentemperaturen. Steve McIntyre hinterfragt die Gültigkeit der Korngrößen als Hurrikan-Aktivitätsproxy. Die Suche nach einem unangefochtenen Hurrikan-Datensatz für die letzten 1000 oder mehr Jahre geht weiter.
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ABBILDUNGEN:

Abbildung 1: Hurrikan-Häufigkeit der letzten 30 Jahre (Abbildung von Ryan N. Maue).

Abbildung 2: Tropische Wirbelsturm-Energie der letzten 30 Jahre. Grüne Punkte: global, blaue Punkte: nördliche Halbkugel. (Abbildung von Ryan N. Maue).

Abbildung 3: Anstieg der Häufigkeit von tropischen Wirbelstürmen (Hurrikane und tropische Stürme) der letzten 160 Jahre im Atlantik. Die Intensität der Stürme hat laut Robert Lund (2009) hingegen nicht zugenommen. Abbildung: Robert Lund, Clemson University. Laut Chris Landsea ist der Anstieg jedoch verbesserten Beobachtungsmethoden und historischen Datenlücken zuzuschreiben.
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