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Klima Argumente: Extremwetter

Statement:
"
In den letzten 150 Jahren hat sich die Häufigkeit von Hochwassern und Überschwemmungen in historisch ungekannter Weise erhöht"



PRO   CONTRA

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Kontext:

Veränderungen im langjährigen Hochwassermuster können komplexe Ursachen haben und hängen von den Überflutungs-auslösenden Mechanismen ab. Die wichtigsten Auslöser sind Starkregen und Frühlings-Schneeschmelze, die durch Temperaturänderungen jeweils gegenläufig beeinflußt werden. Der Netto-Effekt dieser Veränderungen ist daher schwer quantifizierbar (Kundzewicz 2008).

Gemäß den physikalischen Gesetzmäßigkeiten steigt das Wasseraufnahmevermögen der Luft bei steigenden Temperaturen. Höhere atmosphärische Wassergehalte könnten zu häufigeren Starkregen im Sommer führen (Kundzewicz 2008).

In den letzten 150 Jahren sind viele Flüsse zwecks verbesserter Schiffbarkeit begradigt und verengt worden, was die Anfälligkeit für Hochwasser-Ereignisse erhöht. Aus diesem Grund laufen zum Beipiel die Sturmfluten in Hamburg heute um mehr als einen halben Meter höher auf als noch in den 1960er Jahren.

 

 

Trotz Temperaturerhöhung und dem kürzlichen Auftreten starker Überschwemmungen in etlichen Gebieten, kann aus den maximalen Durchflußraten von Flüssen derzeit kein allgemein gültiger Anstiegstrend herausgelesen werden (siehe z.B. unterschiedliche Trends für Rhein und Elbe während der letzten 100 Jahre, Abbildung 3). Dies steht im Gegensatz zu Modellprojektionen, die häufigere Starkregenfälle und ein erhöhtes Überschwemmungsrisiko für die Zukunft vorhersagen (Kundzewicz 2008).

Die Analyse des Hochwassergeschehens in Mitteleuropa seit 1500 macht deutlich, dass sowohl im historischen als auch im rezenten Zeitabschnitt nachhaltige Fluktuationen der Hochwasserhäufigkeit in Mitteleuropa stattgefunden haben. Katastrophenhochwasser und ihre Häufungen sind in Mitteleuropa keine neue Erscheinungsform. Die im 20. Jh. erkennbare Zunahme der Pegeldurchflüsse sind in ähnlicher Form bereits in historischen Phasen seit 1500 mehrfach aufgetreten. Phasen von Hochwasser-Häufungen wurden in den letzten 500 Jahren regelmäßig wieder durch Phasen deutlich reduzierten Hochwasserauftretens abgelöst (Sturm 2001) (Abbildungen 1 & 2).

In den letzten Jahrzehnten sind viele Hochwasser-bedrohte Gebiete bebaut und besiedelt worden, so daß Hochwasser-Ereignisse zu erhöhten Schäden und Schadenssummen führen (Kundzewicz et al. 2010). Schadenstrends spiegeln daher nicht unbedingt Trends in der Häufigkeit und Intensität von Hochwasser wider.

 

Kontext:

Bei größeren Schneemengen und späterem Tauwetter verstopfen häufig Eisschollen die ohnehin bereits Hochwasser führenden Flüsse, was den Wasserstand weiter erhöht und zu Überschwemmungen und Deichbrüchen führt. Dieses Ablaufschema war der Hauptgrund für Überschwemmungen entlang dem Niederrhein währen der Kleinen Eiszeit, wobei fast alle Deichbrüche in den Niederlanden von Eisstaus ausgelöst wurden (Lomborg 2009; S. 111). Bei wärmerem Klima wird dieses Eisschollen-Verstopfungsphänomen abnehmen (Kundzewicz 2008).

Bei wärmerem Klima fällt im Winter auch weniger Schnee, so daß Überflutungs-Ereignisse im Zusammenhang mit der Frühlings-Schnee-Schmelze wohl abnehmen würden (Kundzewicz 2008).

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LESEEMPFEHLUNG:
Historische Hochwassermarken

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ABBILDUNGEN:

Abbildung 1: Standardisierte 31-jährige gleitende Häufigkeiten der Hochwasserereignisse an ausgewählten mitteleuropäischen Flussabschnitten (aus Sturm et al. 2001). Weitere Flüsse sind in Abbildung 2 dargestellt.

 

Abbildung 2: Fortsetzung der Hochwasserhäufigkeits-Charts von Abbildung 1. Standardisierte 31-jährige gleitende Häufigkeiten der Hochwasserereignisse an ausgewählten mitteleuropäischen Flussabschnitten (aus Sturm et al. 2001).

 

Abbildung 3: Jahreshöchstabflüsse in m3/s an den Pegeln Dresden/Elbe (oben) und Köln/Rhein (unten). Aus Jonas et al. (2005).

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